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Qualifizierung gegen Fachkräftemangel

Wenn Fachkräfte nur noch schwierig am Arbeitsmarkt zu finden sind, können bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die neuen Aufgabenfelder und Tätigkeiten der Zukunft durch Qualifizierung im eigenen Betrieb fit gemacht werden, um so mit dem technologischen Wandel Schritt halten zu können. Der anhaltend hohe Fachkräftebedarf im Handwerk macht es erforderlich, neue Wege in der Betreuung und Beratung der Unternehmen zu gehen. Nachhaltige und „kreative“ Lösungsansätze sind gefragt, um Betriebe im Bereich Personalmanagement und Fachkräftesicherung gezielt zu unterstützen. Ein guter Weg zur Bekämpfung des Fachkräftemangels, ist die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mithilfe des Projekts „KomQua“, einer Beratungsinitiative, bei der Unternehmen aus dem Bau- und Ausbaugewerbe im Großraum Dortmund eine praxisorientierte Beratung rund um die Themen Nachwuchsgewinnung, Fachkräftesicherung und Qualifizierung angeboten wird, hat der Betriebsleiter der timing Elektrotechnik GmbH & Co. KG in Dortmund, Johannes C. Franz, eine Lösung für seinen Mitarbeiter gefunden. Ein Weg, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ist die Qualifizierung eigener Mitarbeiter: „Wir brauchen Fachleute. Ausbildung und Qualifizierung sind die Voraussetzung dafür“, sagt Franz. Beim Azubi-Speed-Dating entstand der Kontakt zum KomQua-Projekt und zur Handwerkskammer (HWK) Dortmund.

Anfang 2020 nutzte der Elektrotechnik Betrieb den Beratungsservice, bei dem Experten von der HWK Dortmund und der Agentur für Arbeit Dortmund die Firmenstruktur des Betriebs analysierten. Anschließend eröffnete er Mitarbeitern, die bislang als Helfer ohne Ausbildung im Unternehmen angestellt waren, die Möglichkeit, eine zwei Jahre dauernde Umschulung zum Elektroniker mit der Fachrichtung Gebäudetechnik zu absolvieren. Ein Mitarbeiter nutzte diese Chance. „Wenn er irgendwann das Unternehmen wechseln möchte, was wir natürlich nicht hoffen, fängt er nicht bei Null an, sondern hat die abgeschlossene Lehre in der Hand“, so Franz.

Positives Feedback von Betrieben
„Das Projekt KomQua und das positive Feedback der Betriebe zeigen uns, wie, wie groß der Bedarf an praxisorientierter Beratung ist, um den Fachkräftemangel in den Betrieben und der Region zu begegnen“, sagt HWK-Geschäftsführerin Olesja Mouelhi-Ort. „Durch die Vielzahl an Möglichkeiten, welche durch die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit in Dortmund angeboten wurde, konnten klare Mehrwerte für die Betriebe geschaffen werden. Diese gilt es, auch zukünftig weiteren Betrieben und Gewerken anbieten zur können. Denn die Investition in die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter ist ein wichtiger Schritt, den Fachkräftebedarf zu decken.“

Erweiterte Fördermöglichkeiten
„Die Beratung und Weiterbildungsförderung Beschäftigter in den Unternehmen wird in den nächsten Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen. Mit dem Qualifizierungschancengesetz (QCG) wurde die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße ermöglicht und damit weiter geöffnet. Aktuell wurden mit dem Beschäftigungssicherungsgesetz zusätzlich die Anforderungen an die Weiterbildung während Kurzarbeit erleichtert. Wir können die betroffenen Beschäftigten frühzeitig beraten, eine abschlussbezogene Weiterbildung oder Anpassungsqualifizierung fördern und dadurch präventiv und nachhaltig Erwerbsverläufe stabilisieren“, erläutert Heike Bettermann, Chefin der Arbeitsagentur Dortmund. „Ergänzend hierzu ermöglicht das Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG), dass diejenigen Fachkräfte leichter nach Deutschland kommen können, die die Unternehmen angesichts des großen Personalbedarfs dringend benötigen“.

Beratungsinitiative „KomQua“
Experten von der HWK Dortmund und der Agentur für Arbeit Dortmund arbeiteten im Rahmen des Projekts eng zusammen. Die Serviceleistungen beider Häuser wurden gebündelt, damit die Betriebe direkt und zeitnah beraten werden konnten. In diesem einzigartigen Projekt waren die Kollegen bestens vernetzt und arbeiten sogar Hand in Hand in gemeinsamen Räumlichkeiten zusammen. Insgesamt 24 Betriebe mit mehr als 400 Mitarbeitenden wurden so intensiv beraten und es konnten gemeinsam individuelle Lösungsansätze entwickelt werden. Die eigens für das Projekt eingesetzten Beraterinnen aus HWK und Agentur für Arbeit hatten dabei Themen wie Fördermöglichkeiten, Qualifizierung von Personal, Digitalisierung und Nachwuchsgewinnung im Gepäck. Nach zwei Jahren endete das Projekt mit Ablauf des Jahres 2020, doch der Bedarf an praxisnaher und lösungsorientierter Beratung zur Fachkräftesicherung ist ungebrochen. Die vielen guten Ergebnisse und die durchgehend positiven Rückmeldungen der beratenen Betriebe haben die HWK Dortmund und die Agentur für Arbeit Dortmund darin bestätigt und bekräftigt, die Inhalte dieses Projektes nicht verloren gehen zu lassen. Das gemeinsame Beratungsangebot in Fällen, in denen ein konkreter Bedarf einer Beratung besteht, soll deshalb weiterhin bestehen bleiben. Auch während der Corona-Pandemie will man Ansprechpartner für die Betriebe sein.

Bei Interesse stehen die Berater*innen der Handwerkskammer Dortmund und der Agentur für Arbeit Dortmund gerne zur Verfügung – und das nicht nur für das Bau- und Ausbaugewerbe, sondern für das gesamte Handwerk im Großraum Dortmund mit Qualifizierungs- und Beratungsbedarf.

Kontakt
Unternehmensberatung der Handwerkskammer Dortmund
Tel.: 0231 5493 444
E-Mail: unternehmensberatung@hwk-do.de

Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund:
Tel.: 0800 4 5555 20
E-Mail: Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

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Lebenslanges Lernen, beeinflusst durch den immer schnelleren Wissenszuwachs, spielt gerade im Arbeitsleben eine wichtige Rolle. Ob selbständige*r Unternehmer*in, angestellte Führungskraft oder fachliche*r Spezialist*in: Das Handwerk mit seinen bundesweit fast 600 Bildungszentren bietet viele Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln – fachlich und persönlich.

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Ein eingespieltes und fachkompetentes Team bildet häufig das Rückgrat des Betriebs. Damit Wissen und Erfahrung nicht verloren gehen, sollten die Beschäftigten möglichst langfristig gehalten werden. Dazu gibt es grundsätzlich viele Möglichkeiten, Mitarbeitende an den Betrieb zu binden. Vor allem familien- und inhabergeführte Betriebe haben in dieser Hinsicht die Möglichkeit, eigene Stärken wie ein gutes Betriebsklima, Familienfreundlichkeit, flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege auszunutzen und damit Arbeitsbedingungen zu bieten, die zum Bleiben und zu guten Leistungen motivieren.

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Schon heute können viele Unternehmen ihre Bedarfe an Fachkräften nur noch schwer decken. Zwar ist die Zahl der Auszubildenden in letzter Zeit wieder leicht gestiegen, dennoch gilt aktuell und künftig: Sie müssen vermehrt neue Nachwuchs- und Fachkräftepotentiale für sich gewinnen. Doch welche Wege können hierbei eingeschlagen werden? Die betriebliche Ausbildung steht hierzu an erster Stelle und auch Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität steigern die Chancen, Bewerbende auf sich aufmerksam zu machen.